Einmal schnell auf den Drehhocker stellen, um etwas aus dem obersten Regal zu angeln? Oder „mal eben“ das Loch ins Glas bohren, ohne die langen Haare zusammenzubinden? Alltäglichkeiten, die wahrscheinlich so oder so ähnlich in jedem Augenoptikgeschäft schon mal vorgekommen sind. Aber da war doch was… Ach ja, diese Sache mit dem Arbeitsschutz.

Eines vorweg: Alle Unternehmen in Deutschland sind verpflichtet eine sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung sicherzustellen. Bei Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern geschieht dies durch eine Regelbetreuung. Inhaber von Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern haben die Möglichkeit zur Teilnahme an einem entsprechenden Seminar – dem Unternehmermodell. Wer am Unternehmermodell teilnimmt, muss den Kurs regelmäßig wiederholen. Das ist keine lästige Schikane, sondern durchaus sinnvoll, denn Verordnungen und Rechtsgrundlagen unterliegen stetigen Überarbeitungen. Und Unternehmer haben die Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern – auch und besonders in Sachen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit! Aber sie können ihre Pflichten auch an einen Mitarbeiter übertragen. Dabei muss es sich aber um einen Meister handeln und auch dieser muss das Unternehmermodell absolvieren.

Dabei sollten Unternehmer das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn verschiedene Institutionen dürfen Betriebe nach eigenem Ermessen hinsichtlich der Einhaltung des Arbeitsschutzes prüfen. Die Überwachung des Arbeitsschutzes ist dabei eine staatliche Aufgabe. Üblicherweise übertragen die Ministerien diese bspw. dem Gewerbeaufsichtsamt oder dem Amt für Arbeitsschutz. Darüber hinaus prüft auch die Bezirksregierung, wie derzeit im Raum Düsseldorf des Öfteren berichtet wird. Auch die Unfallversicherungsträger kontrollieren Mitgliedsbetriebe. Diese „unverhofften“ Prüfungen kommen in der Regel selten vor. Meist wird ein Betrieb aufgrund eines bestimmten Ereignisses wie eines gemeldeten Arbeitsunfalls geprüft.

Bei Prüfungen ist besonders die Gefährdungsbeurteilung von Interesse. Des Weiteren kann es aber durchaus auch vorkommen, dass geprüft wird, ob entsprechende Sozialräume vorhanden sind und – auch nicht unwichtig – wie es um das Thema Brandschutz steht.

 

Der Betriebsarzt ist nicht dafür da, Mitarbeiter nach einem Arbeitsunfall zu versorgen. Seine Aufgabe ist präventiv.

 

Arbeitsschutz

Seit 1973 besteht die Verpflichtung für größere Betriebe eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu beschäftigen: Das Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Kurztitel Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), regelt die Pflichten des Arbeitsgebers. In Paragraph 1 des Gesetzes wird folgendermaßen definiert: „Der Arbeitgeber hat nach Maßgabe dieses Gesetzes Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen. Diese sollen ihn beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung unterstützen. Damit soll erreicht werden, daß
1. die dem Arbeitsschutz und der Unfallverhütung dienenden Vorschriften den besonderen Betriebsverhältnissen entsprechend angewandt werden,
2. gesicherte arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Erkenntnisse zur Verbesserung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung verwirklicht werden können,
3. die dem Arbeitsschutz und der Unfallverhütung dienenden Maßnahmen einen möglichst hohen Wirkungsgrad erreichen.“

Lesen Sie in der kommenden Woche Teil 2 des Beitrags. Darin geht es um die Themen Arbeits- und Wegeunfall und Gefährdungsbeurteilung.



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