In der Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von derzeit 19 % auf 16 % gesenkt werden, der ermäßigte Satz wird von 7 % auf 5 % gesenkt. Diese Maßnahme ist Teil des Konjunkturpakets, das beschlossen wurde, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern. Es ergeben sich aber für Unternehmer einige Fragen.

Ausschlaggebend dafür, welcher Steuersatz anzuwenden ist, ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Leistungserbringung. Bei der Abgabe von individuellen Korrektionsbrillen und Kontaktlinsen ist die Leistung dann erbracht, wenn dem Kunden „die Verfügungsmacht an dem fertigen Werk verschafft wird“ – sprich: wenn dem Kunden die Brille ausgehändigt wird. Gleiches gilt für den Verkauf von Handelsware wie z.B. Sonnenbrillen ohne Korrektion, Fertiglesehilfen oder Tauschlinsen. Es ist unerheblich, wenn die für die Sehhilfe erforderliche Messung und die Bestellung vor dem 1. Juli 2020 bzw. dem 1. Januar 2021 geschehen sind. Vereinbart der Augenoptiker, die Brille, Kontaktlinsen oder Pflegemittel dem Kunden zuzuschicken, so ist das Datum der Aufgabe des Päckchens bei der Post maßgeblich.

Unbedeutend für die Frage des Steuersatzes ist das Rechnungsdatum, wann der Kunde die Rechnung bezahlt und wann die Umsatzsteuervoranmeldung erfolgt.

Wurde z.B. bereits eine Anzahlung auf eine Sehhilfe vor dem 1. Juli 2020 geleistet, wird die Sehhilfe aber erst nach dem 1. Juli 2020 abgeholt und bezahlt, erhält der Kunde eine korrigierte Fassung der Rechnung mit einem Steuersatz von 16 %.

Es gibt eine Reihe typischer Geschäftsvorfälle in der Branche, bei denen auf die Umsatzsteuer zu achten ist. Innungsmitglieder erhalten hierzu Hinweise bei ihren Geschäftsstellen. In jedem Fall ist auch der Steuerberater zu konsultieren.



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